Tagung „Einzelbetriebliche Naturschutzberatung - ein Erfolgsrezept für mehr Naturschutz in der Landwirtschaft“ (2005)
Die schriftlichen Fassungen von Vorträgen und Impulsreferaten, die am 6. und 7. Oktober 2005 gehalten wurden, liegen zusammen mit einigen zusätzlich aufgenommenen Beiträgen als Tagungsband vor, der unter www.oekolandbau.de kostenlos bezogen werden kann. Die Aufsätze umfassen ein breites Spektrum von Aspekten mit Bezug zur Einzelbetrieblichen Naturschutzberatung.
Den Auftakt bildet die Vorstellung der Einzelbetrieblichen Naturschutzberatung als bundesweite Perspektive für die Integration von Naturschutzzielen auf landwirtschaftlichen Betrieben (Thomas van Elsen). Es folgen zwei Beiträge von Eva Meyerhoff und Mark Reinert, die über die seit vier Jahren praktizierte Naturschutzberatung für Biohöfe im Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen berichten. Norbert Wiersbinski referiert über Trainingsseminare für Multiplikatoren, die zum Thema vom Bundesamt für Naturschutz durchgeführt wurden, und Peter Manusch über „Möglichkeiten und Grenzen einer einzelbetrieblichen Naturschutzberatung durch den Anbauverband Naturland“.
Mit Ansätzen zur Naturschutzberatung in England und Österreich beschäftigen sich die Beiträge von Rasmus Klöpper bzw. Wolfram Güthler. Erfahrungen mit der Umweltbetriebsplanung in Kanada steuert Andrea Knierim bei. Barbara Baumbusch und Susanne Meirich berichten über Naturschutzberatung im Kontext von Natur- und Landschaftsschutzmaßnahmen in der Gemeinde. Der Beitrag von Tim Roßkamp stellt einzelbetriebliche Schutzmaßnahmen für den Erhalt von Wiesenvogelpopulationen vor. Inge Steidl berichtet über den Wettbewerb „Mehr Natur in Hof und Flur“, der Landwirte zu mehr Naturschutz motiviert und Beratungsangebote beinhaltet. Landwirte motivieren möchten auch Filme über Naturschutzmaßnahmen im Ökologischen Landbau (Johannes Grimm). Hans-Christoph Vahle regt zur Förderung von „Lichtvegetation“ auf landwirtschaftlichen Betrieben an, und Utto Baumgartner stellt Bestrebungen des „Netzwerks Blühende Landschaft“ vor, Blütenvielfalt für Insekten zu fördern.
Weitere Beiträge liefern Gesichtspunkte zur Implementierung von Naturschutzberatung: Titus Bahner stellt die grundsätzliche Frage nach dem „Projekteigner“. Jan Freese und Anne Richter gen. Kemmermann unterstreichen die Bedeutung Einzelbetrieblicher Beratung und regionalen Managements als Erfolgsfaktoren für Agrarumweltprogramme, und Stefan Blumentrath et al. stellen das Umwelt- und Betriebsmanagementsystem REPRO als Beratungsinstrument vor. Gisela Wicke berichtet über ein Modellprojekt zur gesamtbetrieblichen Natur- und Gewässerschutzberatung in Niedersachsen, und Rainer Oppermann über die Einführung der Betriebsberatung im Rahmen von Cross Compliance. Gitta Schnaut stellt Fördermöglichkeiten im Rahmen der ELER-VO für die Einzelbetriebliche Naturschutzberatung vor.
Schließlich wird anhand dreier Fallbeispiele vorgestellt, wie auch heute Möglichkeiten zur aktiven Kulturlandschaftsentwicklung durch Landwirtschaft bestehen und diese durch Naturschutzberatung gefördert werden können. Der Beitrag über „Kulturlandschaft durch Ökologischen Landbau im Saint-Amarin-Tal“ von Katrin Köppl und Thomas van Elsen stellt einen Familienbetrieb in den Südvogesen vor. Zwei weitere Beiträge über „multifunktionale“ bzw. soziale Landwirtschaft zeigen Ansätze zur Landschaftsentwicklung auf einem Schul- und Seminarbauernhof im Pfälzerwald (Nicole Krüger und Thomas van Elsen) bzw. zur Integration von Naturschutzmaßnahmen auf einem Therapiehof bei Stuttgart (Evelyn Mayer und Thomas van Elsen).
Am 8. Oktober, dem dritten Tag der Tagung, wurden im Rahmen des anschließenden Workshops Strategien zur bundesweiten Förderung einzelbetrieblicher Naturschutzberatung diskutiert und ein „Netzwerk Einzelbetriebliche Naturschutzberatung“ gegründet. Als letzter Beitrag im Tagungsband findet sich das Inhaltsprotokoll des Workshops [pdf-Datei].










